Du kannst Leistung abrufen. Aber kannst du sie auch beenden? Warum Abschalten zur Schlüssel-kompetenz für langfristige Leistungsfähigkeit wird.

Du kannst unter Druck funktionieren, Verantwortung übernehmen, schwierige Entscheidungen treffen und auch an langen Tagen fokussiert bleiben.
Doch kannst du deine Leistung genauso zuverlässig wieder beenden, wie du sie abrufen kannst?
Vielleicht kennst du das: Der Laptop ist geschlossen, das letzte Meeting vorbei – und trotzdem läuft der Tag weiter. Nicht mehr im Kalender, sondern im Kopf. Du gehst Gespräche noch einmal durch, denkst über Entscheidungen für morgen nach oder suchst gedanklich weiter nach Lösungen.
Körperlich hast du Feierabend. Mental nicht.
High Performance braucht zwei Richtungen
High Performance wurde lange vor allem damit verbunden, mehr Leistung abrufen zu können: mehr Fokus, mehr Disziplin, mehr Belastbarkeit.
Doch langfristige Leistungsfähigkeit funktioniert anders. Ein leistungsfähiges System muss sich aktivieren können, wenn Leistung gefragt ist – und danach wieder zuverlässig herunterfahren.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr nur: „Wie bekomme ich noch mehr Leistung aus mir heraus?“Sondern zunehmend: „Wie gestalte ich meine Leistung so, dass ich sie morgen, nächstes Jahr und möglichst auch in zehn Jahren noch abrufen kann?“
Genau darum geht es bei Sustainable High Performance: nicht weniger leisten, sondern Leistung langfristig tragfähig machen.
Eine zentrale Fähigkeit dafür ist das, was ich als Off-Switch Ability bezeichne – die Fähigkeit, den Leistungsmodus nicht nur äußerlich, sondern auch mental zu beenden.
Wenn der Tag im Kopf weiterläuft
In der arbeitspsychologischen Forschung wird dieser Prozess als Psychological Detachment from Work bezeichnet. Gemeint ist die Fähigkeit, außerhalb der Arbeitszeit gedanklich Abstand von beruflichen Themen zu gewinnen.
Entscheidend ist nicht, ob ein Arbeitsgedanke auftaucht, sondern ob dein Gehirn Probleme, Gespräche und offene Aufgaben permanent weiterbearbeitet.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veröffentlichte 2025 auf Grundlage von 9.365 deutschen Erwerbstätigen Normwerte zum mentalen Abschalten. Besseres Abschalten stand dabei unter anderem mit besserer Erholung und Schlafqualität sowie geringerer Ermüdung und Erschöpfung in Zusammenhang.
Damit wird deutlich:
Freizeit ist nicht automatisch Recovery.
Du kannst beim Sport sein und im Kopf weiter Probleme lösen, beim Abendessen das nächste Meeting vorbereiten oder im Urlaub mental im Arbeitsmodus bleiben.
Die wichtigere Frage lautet deshalb nicht nur: „Was mache ich in meiner Freizeit?“
Sondern:
„Was passiert dadurch mit meinem Zustand?“
Vielleicht bist du nicht schlecht im Arbeiten – sondern im Aufhören
Gerade leistungsorientierte Menschen verfügen häufig über Eigenschaften, die beruflich und privat enorm wertvoll sind: Verantwortungsbewusstsein, hohe Standards, Hartnäckigkeit und Lösungsorientierung.
Doch genau diese Eigenschaften verschwinden nicht automatisch am Abend. Du findest immer noch eine Lösung, eine Optimierung oder etwas, das du noch erledigen könntest.
Die anspruchsvollere High-Performance-Frage lautet deshalb:
„Kann ich bewusst aufhören, obwohl ich noch weitermachen könnte?“
Genau das ist Off-Switch Ability.
Eine 2026 veröffentlichte Multi-Wave-Studie untersuchte ein Arbeitsklima, in dem übermäßiges Arbeiten mit Erfolg verbunden wird. Dabei zeigten sich Zusammenhänge mit schlechterer psychologischer Distanzierung. Eine Rolle spielten unter anderem Cognitive Workaholism – schwer kontrollierbare Gedanken an die Arbeit – und Work-Recovery Guilt, also Schuldgefühle beim Erholen.
Vielleicht kennst du Gedanken wie: „Eigentlich könnte ich die Zeit noch nutzen“ oder „Ich sollte wenigstens kurz meine Nachrichten checken“.
Dann fehlt nicht nur Erholungszeit.
Erholung selbst wird zum inneren Konflikt.
Besonders anspruchsvoll wird es bei hoher Verantwortung und Leistungsorientierung
Für Führungskräfte, Unternehmer, Selbstständige und andere High Performer ist mentales Abschalten häufig besonders anspruchsvoll. Verantwortung endet nicht automatisch mit dem Arbeitstag, Entscheidungen wirken nach und offene Themen bleiben präsent.
Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung mit Unternehmern und Kleinunternehmern zeigte dabei besonders die Bedeutung der wahrgenommenen Kontrolle über die eigene freie Zeit.
Auch wenn sich diese Untersuchung speziell auf Unternehmer bezieht, ist der Gedanke breiter relevant: Es geht nicht darum, Arbeit oder ambitionierte Ziele vollständig aus dem Kopf zu verbannen, sondern wieder selbst zu entscheiden, wann sie deine Aufmerksamkeit bekommen – und wann nicht.
Recovery Capacity ist eine Performance-Kompetenz
Recovery Capacity bedeutet nicht, möglichst viel Freizeit zu haben. Sie beschreibt die Fähigkeit, nach hoher Belastung zuverlässig wieder in einen regenerativen Zustand zu wechseln.
Drei Fragen geben dir eine erste Orientierung: Wie lange dauert es nach einem intensiven Tag, bis dein Kopf wirklich zur Ruhe kommt? Denkst du beim Sport, Abendessen oder Einschlafen weiter über Aufgaben und Probleme nach? Und entscheidest du selbst, wann du erreichbar bist – oder entscheidet häufig der nächste Impuls auf deinem Smartphone?
Wenn du dich darin wiedererkennst, bedeutet das nicht automatisch, dass du überlastet bist. Aber vielleicht ist deine Fähigkeit, Leistung abzurufen, stärker gewachsen als deine Fähigkeit, dich davon wieder zu lösen.
Drei Hebel für eine bessere Off-Switch Ability
Beende deinen Arbeitstag bewusst. Gib offenen Aufgaben einen klaren nächsten Schritt, damit dein Gehirn sie nicht permanent aktiv halten muss.
Schaffe einen Übergang zwischen Leistung und Erholung. Ob Training, Spaziergang, Musik, Kochen oder Natur ist zweitrangig. Entscheidend ist, ob dein Kopf danach tatsächlich ruhiger wird.
Schütze deine Aufmerksamkeit. Nicht jede Nachricht verlangt eine sofortige Reaktion, nicht jeder Gedanke muss weitergedacht und nicht jede freie Minute produktiv genutzt werden.
Off-Switch Ability bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Sie bedeutet, bewusst zu entscheiden, wann Verantwortung deine volle Aufmerksamkeit bekommt.
Genau hier setzt mein High-Performance-Coaching an
Diese Prinzipien verbinde ich auch in meinen High-Performance-Coachings. Denn Recovery, Energie und langfristige Leistungsfähigkeit lassen sich aus meiner Sicht nicht sinnvoll nach einem Standardmodell optimieren.
Menschen reagieren unterschiedlich auf Belastung, Schlaf, Ernährung, Bewegung und Stress. Deshalb betrachte ich nicht nur den Alltag und die Anforderungen meiner Klienten, sondern auch ihre individuelle Biologie.
So entsteht keine allgemeine Liste mit Gesundheitstipps, sondern eine Strategie, die zur Person, zu ihrer Belastung und zu ihren Zielen passt.
Wie viel kostet dich deine Performance inzwischen?
Viele High Performer merken schnell, wenn Fokus, Energie oder Entscheidungsqualität nachlassen. Schwieriger wahrzunehmen ist, wenn die Fähigkeit zur Recovery schleichend verloren geht – denn häufig funktioniert man weiterhin, vielleicht sogar hervorragend.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Bin ich noch leistungsfähig?“
Sondern:
„Wie viel Aufwand benötigt mein System inzwischen, um dieses Niveau aufrechtzuerhalten?“
Genau dort beginnt für mich Sustainable High Performance.
Vielleicht liegt dein nächster Performance-Hebel nicht darin, noch mehr zu schaffen. Sondern darin, besser entscheiden zu können, wann für heute genug ist.
Wie gut regeneriert dein System wirklich?
Wenn du wissen möchtest, wie gut Körper und Kopf Belastung aktuell ausgleichen und wieder in einen leistungsfähigen Zustand zurückfinden, starte mit meinem kostenfreien Bestform Regenerationsprofil.
In wenigen Minuten bekommst du eine erste Orientierung, wie es um deine Regeneration steht und welche Bereiche einen genaueren Blick verdienen.
Sustainable High Performance live erleben
Am 30. Oktober 2026 veranstalte ich gemeinsam mit dem Longevity-Experten Ekkehard Jagdmann in Frankfurt einen exklusiven Workshop für Führungskräfte, Unternehmer, Selbstständige und Menschen, die beruflich wie privat hohe Ansprüche an ihre Leistungsfähigkeit stellen.
Dabei verbinden wir wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse aus Longevity, Epigenetik, Resilienz und moderner High Performance mit konkreten Strategien für mehr Energie, mentale Klarheit, Regeneration und langfristige Leistungsfähigkeit.
Nicht noch mehr Wissen um des Wissens willen. Sondern mehr Klarheit darüber, welche Stellschrauben für deine Leistungsfähigkeit wirklich relevant sind – und wie du sie im anspruchsvollen Alltag nutzen kannst.
Zurück zur Bestform bedeutet für mich: Leistung nicht nur abrufen, sondern langfristig erhalten zu können.




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