Warum manche Führungskräfte mit 60 leistungsfähiger sind als andere mit 40
- michaelgillitz
- 1. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Wenn wir an erfolgreiche Führung denken, denken wir meist an Erfahrung, Fachwissen oder strategisches Denken.
Worüber kaum jemand spricht:
Muskelmasse.
Dabei gehört sie zu den wichtigsten biologischen Faktoren für langfristige Leistungsfähigkeit.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur:
Wie gut führst du heute?
Sondern:
Wie leistungsfähig bist du noch in zehn oder zwanzig Jahren?
Das stille Problem vieler Führungskräfte
Mit zunehmender Verantwortung verändern sich häufig die Lebensgewohnheiten:
mehr Meetings
mehr Bildschirmzeit
mehr Geschäftsreisen
weniger Bewegung
weniger Regeneration
Die Folgen bleiben oft lange unbemerkt.
Während Karriere und Verantwortung wachsen, beginnt im Hintergrund häufig ein schleichender Muskelabbau. Dieser natürliche Prozess wird als Sarkopenie bezeichnet und kann bereits ab dem 30. Lebensjahr einsetzen, wenn Muskelmasse nicht aktiv erhalten wird.
Viele Menschen bemerken ihn erst dann, wenn Energie, Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit spürbar nachlassen.
Warum Muskelmasse weit mehr als Kraft bedeutet
Viele verbinden Muskeln mit Fitness oder Aussehen.
Tatsächlich zählen sie zu den aktivsten Organen unseres Körpers. Sie beeinflussen unter anderem:
Energieproduktion
Blutzuckerregulation
Stoffwechselgesundheit
Regeneration
Stressresistenz
Entzündungsprozesse
Muskelgewebe produziert zudem sogenannte Myokine – Botenstoffe, die positive Effekte auf Gehirn, Stoffwechsel und Immunsystem haben können.
Muskelmasse ist deshalb nicht nur ein Gesundheitsfaktor.
Sie ist ein Performance-Faktor.
Was Muskeln mit Führung zu tun haben
Moderne Führung ist vor allem mentale Arbeit.
Strategische Entscheidungen, richtungsweisende Gespräche, Priorisierung und unternehmerische Verantwortung verlangen täglich Höchstleistungen von Konzentration, Urteilsvermögen und mentaler Belastbarkeit.
Ein leistungsfähiges Gehirn benötigt jedoch einen leistungsfähigen Körper.
Menschen mit einer guten körperlichen Fitness profitieren häufig von:
besserem Fokus
höherer Belastbarkeit
schnellerer Regeneration
größerer Stressresistenz
Muskelmasse macht niemanden automatisch zu einer besseren Führungskraft.
Sie schafft jedoch wichtige biologische Voraussetzungen für nachhaltige Leistungsfähigkeit.
Die unterschätzte Verbindung zwischen Muskelmasse und Energie
Viele Führungskräfte kennen diese Situation:
Der Tag beginnt mit Energie. Am Nachmittag sinken Konzentration und Leistungsfähigkeit deutlich.
Oft werden dafür ausschließlich Stress oder Schlafmangel verantwortlich gemacht.
Doch auch die Muskelmasse spielt eine wichtige Rolle.
Muskelgewebe unterstützt die Regulation des Blutzuckers und trägt zu einer stabileren Energieversorgung bei.
Die Folge können sein:
weniger Leistungseinbrüche
stabilere Energie
höhere Belastbarkeit
bessere Stoffwechselgesundheit
Gerade für Führungskräfte, die täglich zahlreiche Entscheidungen treffen müssen, kann dies einen entscheidenden Unterschied machen.
Ein Aha-Moment aus der Führungskräfteentwicklung
Wie relevant dieses Thema tatsächlich ist, wurde mir Anfang des Jahres in der Führungskräfteentwicklung besonders deutlich.
Im Rahmen einer Sensibilisierungsmaßnahme zum Thema Sarkopenie führte ich bei Führungskräften eine Griffkraftmessung durch. Die Griffkraft gilt als ein wichtiger Marker für Muskelkraft, körperliche Leistungsfähigkeit und gesundes Altern.
Viele Führungskräfte waren überrascht von ihren Ergebnissen.
Einige gingen davon aus, körperlich gut aufgestellt zu sein, obwohl die Messung deutliche Optimierungspotenziale aufzeigte.
Genau darin lag der größte Mehrwert dieser Aktion:
Sie machte sichtbar, was im Alltag häufig unbemerkt bleibt.
Denn Muskelabbau verläuft schleichend. Er verursacht zunächst keine Beschwerden und bleibt oft über Jahre hinweg unentdeckt.
Der Aha-Effekt war entsprechend groß.
Viele erkannten erstmals, dass Muskelmasse nicht nur ein Thema für Sportler ist, sondern eine entscheidende Rolle für Energie, Belastbarkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit spielt.
Muskelmasse als Longevity-Faktor
In der modernen Longevity-Forschung gilt Muskelmasse als einer der wichtigsten Marker für gesundes Altern.
Nicht die Lebensdauer allein ist entscheidend.
Sondern die Anzahl der Jahre, die wir gesund, leistungsfähig und selbstständig verbringen.
Muskelmasse steht dabei in engem Zusammenhang mit:
Vitalität
Mobilität
Stoffwechselgesundheit
Widerstandsfähigkeit
Lebensqualität
Deshalb betrachten viele Experten Muskelaufbau heute nicht mehr als Fitnessziel, sondern als Investition in die eigene Zukunft.
Fazit
Die meisten Führungskräfte investieren viel Zeit in Strategien, Prozesse und Produktivität.
Doch nur wenige kümmern sich um die biologische Grundlage ihrer Leistungsfähigkeit.
Muskelmasse beeinflusst Energie, Belastbarkeit, Stoffwechsel und gesundes Altern.
Wer langfristig leistungsfähig führen möchte, sollte deshalb nicht nur seine Termine managen, sondern auch seinen Körper.
Denn erfolgreiche Führung entsteht nicht allein im Kopf.
Sie beginnt mit einem leistungsfähigen biologischen System.




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