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Fette essen und trotzdem gesund? Die faszinierende Wirkung von Omega-3 auf Körper & Geist

Aktualisiert: 17. Sept. 2025


Fette machen fit? Bei der Ernährung haben Fette oft einen schlechten Ruf – doch es kommt auf die richtigen an. Besonders Omega-3-Fettsäuren gelten als gesunde Fette, die zahlreiche Vorteile für Herz, Gehirn und Entzündungen bieten. In diesem Blogbeitrag erfährst du allgemeinverständlich, was Omega-3-Fettsäuren sind, welche gesundheitlichen Vorteile sie haben, warum das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 wichtig ist und wie du im Alltag genug Omega-3 aufnehmen kannst.

 

Was sind Omega-3-Fettsäuren?

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten, essentiellen Fettsäuren – das heißt, unser Körper kann sie nicht selbst herstellen, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen. Es gibt drei Haupttypen von Omega-3: 

  • ALA (Alpha-Linolensäure), die in pflanzlichen Ölen vorkommt, sowie 

  • EPA (Eicosapentaensäure) und 

  • DHA (Docosahexaensäure), die vor allem in marinen Quellen wie fettem Fisch, Krill und Algen vorkommen.


Pflanzenöle (z. B. Leinöl, Rapsöl) und Samen liefern also vorwiegend ALA, welche der Körper nur begrenzt zu EPA/DHA umwandeln kann (meist <15%). ALA dient als Vorstufe für EPA und DHA, doch die Umwandlung ist begrenzt, weshalb rein pflanzliche Omega-3-Quellen oft kein vollwertiger Ersatz für Fisch sind. EPA und DHA selbst finden sich hauptsächlich in fettreichen Kaltwasserfischen (z. B. Lachs, Hering, Makrele). Diese langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind in unseren Zellmembranen eingebaut und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen.

 

Warum Omega-3 „essentiell“ ist

Omega-3-Fettsäuren sind struktureller Bestandteil von Zellen und Ausgangssubstanz für sogenannte Eicosanoide – hormonähnliche Botenstoffe, die viele Prozesse steuern. Interessant ist, dass Eicosanoide aus Omega-3 entzündungshemmend wirken, während diejenigen aus Omega-6 eher entzündungsfördernd sind. Daher kommt dem richtigen Verhältnis dieser Fettsäuren (Omega-6 zu Omega-3) eine besondere Bedeutung zu – dazu gleich mehr.

 

Gesundheitliche Vorteile von Omega-3

  • Herz-Kreislauf-Gesundheit: Omega-3-Fettsäuren – insbesondere EPA und DHA – fördern ein gesundes Herz und Kreislauf. Sie senken beispielsweise Triglyceridwerte im Blut, wirken leicht blutdrucksenkend und können Herzrhythmusstörungen entgegenwirken. Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten, können durch Omega-3 die Wahrscheinlichkeit weiterer Ereignisse senken. Ein wichtiger Indikator ist der Omega-3-Index, der in Prozent misst wie viel Omega-3 (EPA & DHA) in den roten Blutkörperchen gespeichert ist. Werte im Zielbereich von 8–11 % sind mit weniger tödlichen Herz-Kreislauf-Ereignissen und niedrigerer Gesamtsterblichkeit assoziiert.

  • Entzündungen reduzieren: EPA und DHA führen zur Bildung von antientzündlichen Signalstoffen (Resolvine, Protektine), wohingegen aus der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure entzündungsfördernde Stoffe entstehen. Ein hoher Omega-3-Spiegel kann daher chronische Entzündungsprozesse abschwächen.

  • Mentale Gesundheit & Gehirnfunktion: DHA ist ein Hauptbestandteil unseres Gehirns und der Netzhaut. Eine gute Versorgung unterstützt kognitive Funktionen und kann Depressionen lindern. Meta-Analysen zeigen, dass hochdosierte Omega-3-Präparate mit ≥ 60 % EPA-Anteil besonders wirksam sind.

  • Optimierung der Zellmembran: Mehr Omega-3 = fluide Zellmembranen → verbesserter Stoffwechsel, Energieversorgung und Kommunikation zwischen Zellen.

 

Omega-6 zu Omega-3: Warum das Verhältnis entscheidend ist

Neben der absoluten Menge an Omega-3 ist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in der Ernährung wichtig. In der westlichen Ernährung liegt es oft bei 15:1 oder höher – empfohlen wird jedoch ein Verhältnis von 5:1 oder weniger.


Warum? Beide Fettsäuren konkurrieren um dieselben Enzyme. Ein Überschuss an Omega-6 blockiert die Umwandlung von ALA in EPA/DHA und fördert entzündungsfördernde Botenstoffe. Omega-3 dagegen wirkt entzündungshemmend.


Praxis-Tipp: Verwende Öle mit günstigem Verhältnis (z. B. Rapsöl mit ~2:1) und reduziere Sonnenblumen- oder Distelöl.

Studien zeigen: Ein hohes Omega-6/Omega-3-Verhältnis ist mit einer um 26 % höheren Sterblichkeit verbunden. Maßnahmen zur Verbesserung des Verhältnisses – vor allem durch mehr Omega-3 – senken das Risiko.

 

Wie viel Omega-3 pro Tag? (Empfehlungen & aktuelle Studienlage)

Die offiziellen Empfehlungen (z. B. von DGE, EFSA) liegen bei mindestens 250 mg EPA + DHA täglich für Erwachsene, mit wünschenswerten Werten bis 500 mg/Tag. Diese Mengen gelten als reine Grundversorgung.


👉 Allerdings sind diese Werte aus meiner Sicht kritisch zu sehen. Aufgrund meiner Erfahrung in der Diagnostik zeigt sich bei vielen Menschen eine grundsätzliche Unterversorgung mit Omega-3, sodass die offiziellen Empfehlungen in der Praxis häufig zu niedrig angesetzt sind, um einen optimalen Omega-3-Status (z. B. einen Omega-3-Index ≥ 8 %) zu erreichen.


Zahlreiche Studien und Fachgesellschaften deuten auf Vorteile höherer Dosierungen hin:

  • Herzpatienten (AHA): ca. 1 g EPA + DHA pro Tag.

  • Sehr hohe Triglyceride: 2–4 g/Tag (unter ärztlicher Aufsicht).

  • Blutdruck: 2–3 g/Tag können den systolischen Blutdruck um 2–5 mmHg senken.

  • Depression & mentale Gesundheit: 1–2 g/Tag, v. a. mit hohem EPA-Anteil.

  • Omega-3-Index: Für einen Zielwert von ≥ 8 % sind meist 1.500–2.000 mg/Tag notwendig.

 

⚠️ Wichtiger Hinweis zur Einnahme bei blutverdünnenden Medikamenten

Wer blutverdünnende Medikamente (z. B. Marcumar, ASS, NOAKs) einnimmt, sollte eine ärztliche Abklärungdurchführen, bevor er höhere Mengen Omega-3 supplementiert.

  • Grund: EPA und DHA wirken blutplättchenhemmend und können die Blutgerinnung zusätzlich beeinflussen.

  • In Kombination mit Antikoagulanzien könnte sich dadurch das Blutungsrisiko erhöhen.

  • Deshalb ist es sinnvoll, die Einnahme gemeinsam mit dem behandelnden Arzt abzustimmen und ggf. den Omega-3-Index zu bestimmen, um eine gezielte Dosierung zu ermöglichen.

 

Gewichtsspezifische Anpassung

Je höher das Körpergewicht, desto mehr Omega-3 wird benötigt, da sich die Fettsäuren im Gewebe verteilen. Faustregel: 20–25 mg EPA + DHA pro kg Körpergewicht.

  • 60 kg: ~1.200–1.500 mg/Tag

  • 80 kg: ~1.600–2.000 mg/Tag

  • 100 kg: ~2.000–2.500 mg/Tag

Damit wird klar: Die offiziellen Mindestwerte sind oft nicht ausreichend – die optimale Versorgung ist individuell und hängt auch vom Gewicht ab.

 

Warum die Zielmengen ohne Supplement oft nicht zu schaffen sind (Realitäts-Check)

Zwei Fischmahlzeiten pro Woche liefern meist nur 250–500 mg/Tag – also Grundversorgung. Um jedoch 1.000–1.500 mg EPA + DHA täglich zu erreichen, wäre fast täglicher Fischkonsum nötig.


Beispiele (EPA + DHA pro 100 g):

  • Lachs ~1,8 g

  • Hering ~2,0 g

  • Makrele ~1,2 g

  • Thunfisch ~0,9 g


Das bedeutet:

  • 60–80 g Lachs oder Hering täglich,

  • 125 g Makrele täglich,

  • oder 150–175 g Thunfisch täglich – Tag für Tag.


Aber: Hoher Fischkonsum ist nicht unproblematisch

So sinnvoll Fisch als Quelle von Omega-3 auch ist – ein sehr hoher Konsum bringt Risiken mit sich:

  • Toxische Belastungen: Vor allem Raubfische wie Thunfisch oder Schwertfisch reichern Quecksilber, PCB und Dioxine an. Diese können das Nervensystem und hormonelle Prozesse schädigen.

  • Nachhaltigkeit: Viele Omega-3-reiche Fischarten sind überfischt. Täglicher Konsum ist ökologisch nicht vertretbar.

  • Qualität entscheidend: Fisch sollte aus Bio-Zucht oder nachhaltigem Wildfang (z. B. MSC) stammen, da hier Schadstoffbelastungen niedriger und der Einsatz von problematischen Futtermitteln reduziert ist.


Pflanzliche Alternativen reichen nicht aus

Zwar liefern Leinöl oder Chiasamen viel ALA, aber die Umwandlungsrate in EPA/DHA ist minimal (<10 % für EPA, <1 % für DHA). Um allein 1,5 g EPA zu bilden, wären über 60 g Leinöl pro Tag nötig – und DHA bliebe fast vollständig aus.


Fazit: Die wichtigsten Take-Home Messages

  • Omega-3 sind gesundheitsrelevante Fette – sie schützen Herz, Gehirn und wirken entzündungshemmend.

  • Das richtige Omega-6:3-Verhältnis (≤5:1) ist entscheidend.

  • 250–500 mg/Tag decken lediglich die Basisversorgung ab – für spürbare gesundheitliche Vorteile und eine Optimierung des Omega-3-Index sind jedoch 1.500–2.000 mg/Tag erforderlich

  • Gewicht beachten: Je mehr Körpermasse, desto höher der Bedarf.

  • Ohne Supplement kaum erreichbar: Fischöl oder Algenöl sind für viele die praktischste Lösung – und schützen zugleich vor toxischen Belastungen durch übermäßigen Fischkonsum.


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Einfach erklärt:Stell dir deine Zellen wie kleine Häuser vor – mit Türen, durch die Nährstoffe hinein und Schadstoffe hinaus müssen.Omega-3-Fettsäuren halten diese „Türen“ beweglich und geschmeidig – man nennt das Zellmembranfluidität. Sind die Membranen zu starr (z. B. durch zu viele Omega-6-Fettsäuren), wird der Stoffwechsel gebremst – sind sie flexibel, kann deine Zelle optimal arbeiten.


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